Gedanken zum November: das Kollektive in uns – die Schatten der Vergangenheit

Der November 2020 scheint ein interessanter und herausfordernder Monat mit vielen Spannungen und vielen Themen zu sein. Es ist fast so, als würde ein Friedhof wieder lebendig werden. Woher kommt all das Tote und Begrabene und warum? Oder die gefühlten Themen stehen da wie Schattenkrieger, die auf ihren (un-)heimlichen Einsatz warten.

In der Praxis geht es häufig um die Anbindung an das Kollektive, die angesehen und ggf. gelöst werden muss. Was hält uns noch im alten System fest? Eine Krankheit? Eine unbeglichene Schuld, von der wir nicht einmal wussten, dass es die gab, die aber schon immer gefühlt im Raum schwebte? Eine Schuld, die nicht einmal zu uns selbst gehört? Verbote und Tabus? Die Warnung, dass es (lebens-)gefährlich ist, ein wirklich freies Leben nach eigenen Maßstäben zu leben? Auch hier ist es individuell wie kollektiv. Die Muster wiederholen sich, die Schwerpunkte (körperliche Krankheit, Emotionen oder Beziehungen) sind individuell gesetzt. Durch die Schwerpunkte ist die Variationsbreite enorm und auch die Talente und Begabungen, die uns zur Verfügung stehen. Die Lösung der Anbindung an das alte verstrickte und verwobene System, in dem es nicht klar ist, was zu wem gehört, schafft erst einmal Distanz und eine gesunde Grenze. Aus der Distanz können bestimmte Dinge anders betrachtet werden. Sie sind nicht mehr so nah dran, lösen körperlich und emotional nicht so viel aus. Das Kollektive wird wertfrei und schafft einen Zugang zu neuen Informationen, die die „Profis“ unter den Klienten für ihre beruflichen Zwecke nutzen können.

Dass es in einzelnen Monaten eine Anhäufung von bestimmten Themen gibt, habe ich schon häufiger beobachtet. Anscheinend werden wir alle zu bestimmten Zeiten mit ähnlichen Inhalten konfrontiert, nur dass wir verschiedene Wege suchen, uns damit auseinanderzusetzen. Wer in den freiRaum kommt, hat das (unbewusste) Ziel sich daraus zu lösen und ein freies Leben zu führen. Dazu gehört zum Einen das Lösen von Blockaden, zum Anderen aber auch das Manifestieren-lassen von dem, was da ist. Nichts muss erlernt, erprobt oder bestätigt werden. Es ist schon da. Z. B. Freiheit. Jeder ist frei. Aber inwiefern darf sich diese Freiheit manifestieren? In welchem Umfang? Das kann sich auch je nach Kontext unterscheiden. Ist es in der Natur komplett möglich, so kann es z. B. im Beruf oder in einer Beziehung nur ein Bruchteil sein. Und so sind wir alle ein Flickenteppich unseres Entwicklungspotentials und legen Stück für Stück wieder etwas frei. Was für eine Erleichterung, dass gar nicht so viel getan werden muss. Der Grundsatz: „Viel hilft viel“ und auch der Grundsatz „Ohne Fleiß kein Preis“ gelten hier nicht. Weniger ist manchmal mehr. Und Kommen-lassen viel zielführender als auf etwas hinarbeiten zu wollen.

 

Bildnachweis:
Bild von Kellepics

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